Mitteilung der Schulpflegschaft

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen der Pressemitteilung vom…. wurde deutlich, dass die Stadtverwaltung zur Verbesserung des Infektionsschutzes in den Dinslakener Schulen eine Lösung favorisiert, die auf Basis einer Publikation des Max Planck Institut (MPI) Mainz basiert.
Leider hat sich wiederholt gezeigt, dass die Verwaltung nicht in der Lage ist wissenschaftliche Arbeiten genau zu lesen und Folgerung hinsichtlich der Verbesserung des Infektionsschutz daraus abzuleiten.

Die hervorragende wissenschaftliche Studie vergleicht unterschiedliche Lüftungsszenarien. Insbesondere setzt diese die vom MPI entwickelte Lüftungstechnik in Verhältnis zu anderen Methoden.

Die Aussage, dass diese Technologie insbesondere einen besseren Infektionsschutz bietet als die Filtration bezieht sich lediglich auf den Fall, dass der Ventilator im Dauerbetrieb betrieben wird. Die genaue Betrachtung der Daten zeigt, dass in diesem Fall die Ventilatorlüftung ~ 1% effizienter ist.

Der Dauerbetrieb wie in der Studie betrachtet wird vom MPI nur oberhalb von 10°C empfohlen, also nicht für die infektionsreichen Wintermonate. Hier wird der Betreib des Lüfters alle 20 Minuten für 5 Minuten empfohlen. Also lediglich 5 Minuten Betrieb statt 45 Minuten. In diesem Fall ist die Filterung bereits klar im Vorteil da diese dauerhaft erfolgt und nicht nur rund 10% der 45 minütigen Schulstunde erfolgt.

In der kalten Jahreszeit ist die Ventilatortechnik somit dem manuellen Lüften wie vom Bundesumweltamt vorgeschlagen (20min/5min) gleichzusetzen. Lediglich der Faktor Mensch wird ausgeklammert.

Weiterhin wird in der Studie klar gesagt, dass die Ergänzung der Ventilatortechnik durch Raumluftreiniger sinnvoll ist.

Die IUTA Studie hat klar gezeigt, dass ohne Einsatz der Raumluftreiniger ~ 50% mehr Viren eingeatmet werden.

Der die Vorlage der Stadtverwaltung Ventilatoren statt Raumluftreiniger auf Basis der Studie zu beschaffen ist somit eine falsche Schlussfolgerung aus der wissenschaftlichen Arbeit des MPI.

Der direkte Vergleich des in Dinslaken experimentell bestätigten Lüftungskonzeptes mit der MPI Ventilatortechnik wird in der Studie gar nicht betrachtet.

Demnach ist unverständlich wie die Verwaltung zu der Folgerung kommt. Weiterhin möchten wir anmerken, dass es sich bei den vom MPI publizierten Arbeiten um rein numerische (computergestützte Arbeiten) handelt.

Messungen sind in der Arbeit nicht dargestellt.

Somit wird im Vergleich zu den experimentellen Arbeiten am THG, bei denen eine gleichmäßige Reduzierung der Aerosolkonzentration im Klassenraum bei Einsatz des Raumluftfilters messtechnisch bestätigt wurde, nicht gezeigt, dass die Ventilatortechnik in allen Bereichen des Klassenraumes gleichermaßen wirkt.

Letztendlich scheint die Verwaltung der Stadt Dinslaken die MPI Studie nicht vollständig gelesen bzw. verstanden zu haben und zieht Schlüsse daraus, die auch in diesen Arbeiten nicht wissenschaftlich belegt werden.

Mit freundlichen Grüßen